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Für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe

Am 13. und 18. Februar ab in die Innenstadt

27.01.2012

Die traditionellen kirchlichen Gedenkveranstaltungen am 13. Februar nehmen die Emotionen vieler Dresdnerinnen und Dresdner an diesem Tag auf und suchen zugleich nach zeitgemäßen Formen, um Frieden und Versöhnung erfahrbar werden zu lassen. „Wir freuen uns deshalb, dass beim traditionellen Ökumenischen Friedensgottesdienst, 20.30 Uhr, in der Kreuzkirche, Friedrich Schorlemmer predigen wird“, sagt Annemarie Müller vom Stadtökumenekreis Dresden.

Seitdem Neonazis am Samstag nach dem 13. Februar Aufmärsche planen, ermutigen die Kirchen alle Bürgerinnen und Bürger dazu, aktiv für Demokratie einzustehen und sich deutlich gegen Rechtsextremismus zu positionieren. „Diese menschenverachtende Ideologie steht dem christlichen Menschenbild total entgegen und darf in unserer Stadt keinen Raum gewinnen“, so Pfarrer Dr. Christoph Schneider, stellvertretender Superintendent für den Kirchenbezirk Dresden Mitte. „Mit unseren Aktionen wollen wir einem fröhlichen, offenen und gewaltfreien Miteinander Raum geben und zugleich viele Menschen bewegen, mit uns in die Innenstadt zu kommen.“

Für den 18. Februar geplant sind deshalb Veranstaltungen unter dem Motto „Bunt unterwegs für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe“, die anschlussfähig sind an die zentrale städtische Kundgebung um 13 Uhr auf dem Dresdner Schlossplatz:
Um 10 Uhr finden in der ev.-luth. St. Markus, Martin-Luther-, Friedens- und Lukaskirche sowie in der ev.-meth. Zionskirche Friedensgebete statt. Daran an schließen sich „Bittgänge für den Frieden“: Diese führen in die Innenstadt zu Kreuz- und Dreikönigskirche. In diesen beiden Kirchen treten von 11.30 bis 12.45 Uhr Künstler verschiedenster Genres auf um Gesicht zu zeigen gegen rechtsextremistische Aufmärsche und Einstellungen in den Köpfen. Zu rechnen ist u. a. mit Literaten wie Christoph Kuhn oder Volker Sielaff, mit Sängern wie Sebastian Krumbiegel oder Gunther Emmerlich, aber auch mit Musikern der Sächsischen Staatskapelle, mit dem Chor der Semperoper, mit der Band Wunderbundt, mit Wolfgang Schaller von der Herkuleskeule und weiteren solistischen Künstlern.

Vor der kath. St. Pauluskirche, Bernhardstraße, vor der Leubener Himmelfahrtskirche und vor der Frauenkirche am Neumarkt werden von 12 bis 17 Uhr Mahnwachen stattfinden.

Alle, die zum Ende des 18. Februars stille Einkehr oder auch das gemeinsame Gespräch suchen, sind ab 17 Uhr eingeladen in die Frauenkirche am Neumarkt.

Bitte beachten Sie auch folgende Veranstaltungshinweise zum 13. Februar:

Sonnabend, 11. Februar
17:00 Kreuzkirche Dresden
Gedenkkonzert zur Erinnerung an den 13. Februar 1945 mit Einweihung eines Postaments, gestiftet von Alan Russell (Dresden Trust), das an den Tod dreier Kreuzkirchenpfarrer und der zehn Kruzianer erinnert, die während der Bombennacht in der Kreuzkirche starben.
Rudolf Mauersberger, "Wie liegt die Stadt so wüst"; Luigi Cherubini, Requiem Nr. 1 c-Moll; Sofia Gubaidulina, "Sonnengesang"
Emil Rovner (Violoncello), Dresdner Kreuzchor, Dresdner Schlagzeugensemble, Staatskapelle Weimar; Leitung: Kreuzkantor Roderich Kreile

20:00 Frauenkirche Dresden
20 Uhr Konzert im Gedenken an die Zerstörung Dresdens 1945
Lera Auerbach (*1973): "Ode to Peace – Dresden"
Uraufführung des Auftragswerks der Stiftung Frauenkirche Dresden und
der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Solisten; Saint Thomas Choir of Boys | St. Paul's Cathedral Choir; Herren des Sächsischen Staatsopernchores Dresden u. a.; Sächsische Staatskapelle Dresden
Leitung Vladimir Jurowski
Die Besucher des Konzertes sind zu einer Konzerteinführung ab 19 Uhr in den Hauptraum eingeladen; Einlass hierfür ist 18.45 Uhr.

Sonntag, 12. 2.
10:00 Schifferkirche „Maria am Wasser“ Dresden-Hosterwitz
R. Mauersberger: Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“
F. Mendelssohn-Bartholdy: „Hör mein Bitten“
Katja Fischer, Sopran; Kammerchor „Maria am Wasser“; Leitung: Matthias Herbig

11:00 Frauenkirche Dresden
Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt und Holger Treutmann
Britische Chormusik im Gedenken an die Zerstörung Dresdens 13.02.1945
The Boy Choristers and Choral Clerks of Coventry Cathedral; Leitung Kerry Beaumont; Orgel: Frauenkirchenorganist Samuel Kummer

15:00 Frauenkirche Dresden
Geistliche Sonntagsmusik
Werke von Henry Purcell, William Byrd, Benjamin Britten u. a.
The Boy Choristers and Choral Clerks of Coventry Cathedral
Leitung: Kerry Beaumont
Geistliches Wort, Gebet und Segen: Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann


Montag, 13. Februar
14:00 Neumarkt, an der Frauenkirche
Stilles Gedenken (bis ca. 22 Uhr)

15:00 Feierhalle des Johannisfriedhofes, Wehlener Straße 13
Gedenkveranstaltung der Evangelischen Kirche und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zum 63. Jahrestag des Bombenangriffes auf Dresden
u.a. mit Musik, Begrüßung durch Pfarrer Rainer Petzold (Lukaskirchgemeinde) und Gisela Clauß (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Stadtverband Dresden), anschließend Gedenkrede mit Prof. Dr. Werner Patzelt, TU Dresden, Lesung von Lesung von Schülern der 88. Mittelschule

18:00 Frauenkirche
Abendandacht mit Zeitzeugen des 13. Februars 1945

18:15 Kathedrale, Schlossplatz
Gedenkgottesdienst mit Bischof Joachim Reinelt

19:00 Trinitatiskirchruine, Trinitatisplatz
Andacht zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens mit Pfarrer i. R. Nikolaus Krause
Bitte Kerzen mitbringen!

19:30 Weinbergskirche Trachenberge
Friedensgebet zum 13. Februar mit Pfarrerin Beate Damm

20:30 Kreuzkirche, Altmarkt
Ökumenischer Gottesdienst mit Friedrich Schorlemmer (Predigt)

21:45 Glockenläuten

22:00 Frauenkirche
Wachen und Beten für die Überwindung von Rassismus, Krieg und Gewalt
In Kooperation mit dem Evangelisch-Lutherischen Stadtjugendpfarramt Dresden

Der Kunstdienst der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens trägt mit einer Ausstellung in der Kreuzkirche zur Friedensthematik bei. Unter dem Titel „Glut statt Asche. Gegen Krieg und Gewalt II“ sind bis 4. März Werke aus Malerei, Grafik und Fotografie zu sehen (täglich geöffnet bis 12.Februar 11–15 Uhr, ab 13. Februar 10–17 Uhr). Die ausstellenden Künstler sind: Wolfgang Bruchwitz, Hubertus Giebe, Bernd Hanke, Klaus Hirsch, Volkmar Kühn, Marita Kühn-Leihbecher, Wolfgang Petrovsky, Jürgen Schieferdecker, Christine Schlegel, Frank Voigt.

Unter dem Motto "Mach mit, geh raus - Jugend gegen Nazis" lädt die Evangelische Jugend bereits am heutigen Freitagabend, 27. Januar, 19 Uhr, ein in die Friedenskirche Dresden-Löbtau, Wernerstraße 32. "Wir wollen Jugendlichen, die besorgt sind, dass Rechtsextremisten im Februar in Dresden aufmarschieren werden, ein Forum geben", so Stadtjugendpfarrer Georg Zimmermann. Außerdem gibt es Workshops zu juristischen Fragen, mit kreativen Angeboten oder mit Hintergrundinformationen zu rechtsextremistischen Strategien. Während der Veranstaltung darf jedoch nicht fotografiert werden.